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THG-Quote: So funktioniert der Handel hinter der Prämie.

Die THG-Quote ist die gesetzliche Pflicht für Kraftstoffanbieter, die Treibhausgasemissionen ihrer Kraftstoffe jedes Jahr um einen festen Prozentsatz zu senken. Weil Strom im E-Auto darauf angerechnet wird, können Halter ihre Quote verkaufen. Sie liegt 2026 bei 12 Prozent, 2027 bei 17,5 Prozent und 2030 bei 26,5 Prozent.

Aktualisiert am 5. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit · CO₂‑Vorteil Redaktion
Das Wichtigste in Kürze
  • Rechtsgrundlage: BImSchG und 38. BImSchV
  • Quote: 12 % (2026), 17,5 % (2027), 26,5 % (2030)
  • Strom im E-Pkw zählt dreifach (Faktor 3)
  • Der Preis bildet sich am Markt, nicht beim Staat
  • Das UBA bescheinigt, zahlt aber nichts
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Inhalt dieser SeiteRechtsgrundlage: Wo die THG-Quote geregelt istQuotenpflicht und Quotenhöhe: 2026, 2027 und 2030Wie Ihr E-Auto in die Quote kommt: Schätzwert und Faktor 3THG-Quote Preis: Warum er schwanktDie Rolle des UBA und warum Halter einen Anbieter nutzenTHG-Quote verkaufen: Was Sie als Halter tun müssen

Rechtsgrundlage: Wo die THG-Quote geregelt ist

Die THG-Quote, fachlich Treibhausgasminderungsquote, steht im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG, § 37a und folgende). Die Einzelheiten für Strom in Elektrofahrzeugen regelt die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (38. BImSchV). Beide wurden zuletzt durch ein Gesetz geändert, das am 5. Juni 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde (BGBl. 2026 I Nr. 163) und seit dem 7. Juni 2026 gilt.

Der Gedanke dahinter: Statt jedem Autofahrer etwas vorzuschreiben, verpflichtet der Gesetzgeber die Unternehmen, die Kraftstoffe in Verkehr bringen. Sie müssen die Emissionen ihrer Kraftstoffe im Jahr um einen festen Prozentsatz mindern. Was das für Sie als Halter bedeutet, erklärt die Einsteigerseite Was ist die THG-Prämie. Hier geht es um den Mechanismus dahinter.

Quotenpflicht und Quotenhöhe: 2026, 2027 und 2030

Quotenverpflichtete sind Unternehmen, die Kraftstoffe in Verkehr bringen, vor allem Mineralölunternehmen. Die Pflicht erfüllen sie mit eigenen Maßnahmen, etwa dem Einsatz von Biokraftstoffen, oder indem sie Quoten von anderen zukaufen. Wer die Quote verfehlt, muss Strafzahlungen leisten. Das erzeugt die Nachfrage, von der E-Auto-Halter profitieren.

Der Prozentsatz steigt nach dem neuen Gesetz Jahr für Jahr:

JahrQuote
202612 %
202717,5 %
202819,5 %
202922,5 %
203026,5 %
203541 %
204065 %

Eine höhere Quote heißt: Die Unternehmen brauchen mehr Minderung. Ob das den Preis für Ihre Quote erhöht, hängt aber vom Angebot ab, dazu mehr im Abschnitt zum Preis.

Wie Ihr E-Auto in die Quote kommt: Schätzwert und Faktor 3

Strom, der in Straßenfahrzeugen genutzt wird, darf auf die Quote angerechnet werden. Wie viel Strom Ihr Auto zu Hause oder unterwegs wirklich bezogen hat, lässt sich beim privaten Laden nicht messen. Deshalb gibt es einen pauschalen Schätzwert je Fahrzeugklasse. Das Bundesumweltministerium macht ihn im Bundesanzeiger bekannt. Die gültigen Werte stammen vom 28.08.2023 und sind seitdem unverändert:

FahrzeugklasseFahrzeugeSchätzwert pro Jahr
M1Pkw2.000 kWh
N1Transporter bis 3,5 t3.000 kWh
N2Lkw von 3,5 bis 12 t20.600 kWh
N3Lkw über 12 t33.400 kWh
M3Busse72.000 kWh
Andereübrige zulassungspflichtige Klassen, zum Beispiel M2 oder Motorräder2.000 kWh

Fahrzeuge ohne Zulassungspflicht, etwa Roller mit Versicherungskennzeichen, haben keinen Schätzwert und bekommen keine Prämie.

Dazu kommt die Mehrfachanrechnung: Strom im Verkehr zählt mit einem Faktor. Für E-Pkw gilt Faktor 3 bis einschließlich 2034, ab 2035 Faktor 2, ab 2036 Faktor 1. Für Busse und schwere Lkw (M3 und N3) steigt der Faktor ab 2027 auf 4, die anrechenbare Menge wächst dort um ein Drittel. Was das für Gewerbe bedeutet, steht bei E-Transporter, Bus und Lkw.

Aus Schätzwert, Faktor, Quotenhöhe und dem Emissionswert des deutschen Strommixes ergibt sich die handelbare Minderungsmenge in Tonnen CO₂-Äquivalent. Den Strommix-Wert macht das UBA jährlich im Bundesanzeiger bekannt. Das ist die Menge, die am Markt gehandelt wird.

THG-Quote Preis: Warum er schwankt

Es gibt keinen gesetzlichen Festbetrag. Der Preis bildet sich am Markt zwischen den Quotenverpflichteten, die Quoten brauchen, und dem Angebot an Quoten. Das UBA zahlt nichts. Was bei Ihnen ankommt, ist ein Teil des Verkaufserlöses, denn der Anbieter behält einen Anteil. Diese Faktoren bewegen den Preis:

  • Quotenhöhe: Steigt die Quote, steigt der Bedarf der Unternehmen an Minderung.
  • Angebot: Je mehr Fahrzeuge gemeldet werden, desto mehr Quote ist am Markt.
  • Übererfüllung aus Vorjahren: Nach § 4a der 38. BImSchV durften Übererfüllungen aus 2024 und 2025 nicht in 2025 oder 2026 übertragen werden, dürfen aber einmalig 2027 eingesetzt werden. Manche Marktbeobachter erwarten deshalb ein Überangebot und niedrigere Preise für 2027, andere halten Beträge über 400 € für möglich. Verlässlich vorhersagen lässt sich das nicht.
  • Strommix-Wert: Der jährlich veröffentlichte Emissionswert des Strommixes beeinflusst, wie viel Menge ein Fahrzeug liefert.
  • Vertragsmodell: Ein Garantiebetrag ist vorab fix, ein variabler Betrag folgt dem Verkaufserlös.

Für Pkw liegen Angebote mit garantiertem Betrag derzeit meist bei 300 bis 400 € pro Jahr (Stand Oktober 2026). Im Frühjahr 2026 waren viele Angebote noch deutlich niedriger. Was für 2027 realistisch ist, steht unter THG-Prämie 2027, was für Ihr Fahrzeug 2026 herauskommen kann, im THG-Prämie Rechner.

Die Rolle des UBA und warum Halter einen Anbieter nutzen

Das Umweltbundesamt prüft die Anträge und stellt die Bescheinigung über die Minderungsmenge aus. Gekauft wird die Quote davon nicht. Die Bearbeitung läuft in der Reihenfolge des Eingangs, eine feste Dauer sagt das UBA nicht zu.

Seit dem 17.04.2026 verlangt das UBA Gebühren: 94,60 bis 6.500 € je Bescheinigung, unabhängig von der Menge. Für ein einzelnes Auto ist das mehr, als jede Prämie einbringt. Dazu kommen weitere Hürden für Einzelanträge:

  • Geld fließt erst, wenn ein Quotenverpflichteter die Menge schriftlich kauft. Das UBA hält Einzelverträge über kleine Mengen für unwahrscheinlich, deshalb bündeln Dienstleister viele Fahrzeuge.
  • Ein Zwischenhandel mit Bescheinigungen ist nicht erlaubt.
  • Das Verfahren ist aufwendig: verbindliche Excel-Formulare, Antrag per E-Mail, noch kein digitales Verfahren.

Deshalb lohnt der Direktantrag für einzelne Halter praktisch nicht. Ein Anbieter bündelt, reicht ein und verkauft weiter.

Quote über Anbieter verkaufen

CO₂-Vorteil übernimmt den Antrag und verursacht für Sie keine Kosten.

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THG-Quote verkaufen: Was Sie als Halter tun müssen

Sie brauchen den Fahrzeugschein und müssen als Halter eingetragen sein. Mehr nicht, einen Stromnachweis verlangt das Verfahren nicht. Der Anbieter reicht Ihren Antrag beim UBA ein. Pro Halter und Jahr kann nur ein Anbieter als Dritter bestimmt werden. Melden Sie sich deshalb nur bei einem an.

Wie der Antrag im Einzelnen abläuft, steht bei THG-Prämie beantragen. Welches Modell zu Ihnen passt, klärt der THG-Prämie Vergleich. CO₂-Vorteil nimmt Ihnen beides ab, Sie zahlen dafür nichts: Was wir über Ihre Prämie hinaus erlösen, ist unsere Vergütung.

*Pro Fahrzeug für das Jahr 2026 bei aktuellem Marktpreis, vorausgesetzt das Umweltbundesamt bestätigt die THG-Quote. Sinkt der Marktpreis bis zum Verkauf, kann die Prämie geringer ausfallen (AGB Ziffer 8). Für Unternehmen zzgl. USt, soweit umsatzsteuerpflichtig.*Aktueller Richtwert pro Fahrzeug. Die verbindliche Prämie für 2027 nennen wir Ihnen vor der Einreichung.

Häufige Fragen

Fragen & Antworten

Ist die THG-Quote dasselbe wie die THG-Prämie?

Fast. Die THG-Quote ist die rechnerische Minderungsmenge Ihres E-Autos, die THG-Prämie ist das Geld, das Sie für ihren Verkauf bekommen. Im Alltag nutzen viele beide Begriffe gleich.

Was passiert, wenn ein Unternehmen seine Quote nicht erfüllt?

Es muss Strafzahlungen leisten. Deshalb haben Quotenverpflichtete ein Interesse, Quoten zuzukaufen, und es gibt einen Markt dafür.

Wird Strom von meiner Wallbox zusätzlich angerechnet?

Nein. Privates Laden wird ausschließlich über den pauschalen Schätzwert je Fahrzeug abgebildet. Die Prämie kommt über das Fahrzeug, nicht zusätzlich für die Wallbox.

Wann steht der Strommix-Wert für 2027 fest?

Das UBA muss ihn bis zum 31.10.2026 im Bundesanzeiger veröffentlichen. Am 25.09.2026 lag er noch nicht vor.

Gibt es die THG-Quote auch für öffentliche Ladepunkte?

Ja. Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte lassen sich die tatsächlich abgegebene Strommenge bescheinigen. Dafür gelten eigene Voraussetzungen und eine eigene Frist, für 2026 bis zum 28.02.2027. Für Fahrzeughalter ist das nicht relevant.

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